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Ein Bienchen für Dich! Das Like von damals

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Die Schuleinführung der Kleinsten ist seit einigen Wochen vorbei. Ich habe dieses Ereignis zum Anlass genommen, um an meine Grundschulzeit zurückzudenken und mal in alten Erinnerungsstücken zu stöbern. Dabei habe ich neben einer Löschblattkritzelei die Abdrücke von Bienchenstempeln entdeckt. Alle diejenigen, welche ebenfalls die Grundschule zur Zeit der DDR besucht haben, werden sich an diese Auszeichung für ein Lob oder gutes Betragen erinnern.

Das Bienchen ist das ostdeutsche Pendant zum Fleißkärtchen, das man als Stempelabdruck für gute Leistungen in sein Schulheft oder das »Muttiheft« bekam. Dieses Mitteilungsheft für die Eltern enthielt sowohl Lob als auch Tadel. Wenn ersteres mit einem Bienchen verziert war, wurde es natürlich viel lieber zu Hause vorgezeigt. Und noch heute ist in den neuen Bundesländern der Spruch geläufig »Dafür hast du dir ein Bienchen verdient«, wenn jemand etwas besonders gut gemacht hat.

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Das Bienchen als liebe Geste

Von diesen Stempeln gab es mehrere Versionen, weil wohl jeder Lehrer seinen eigenen hatte. Ich hab zwei verschiedene Abdrücke gefunden und die, meines Erachtens nach, schönere Variante vektorisiert. Denn es ist auch noch heute eine liebe Geste, wenn man jemandem mündlich ein Bienchen verleiht, auch wenn es mit einem leichten Augenzwinkern geschieht.
Aber wir alle mögen solche kleinen Anerkennungen und sammeln diese auch gern. Ein Prinzip, welches sich soziale Netzwerke zunutze machen. Hier hat der User die Möglichkeit Beiträge von anderen mit Sternen oder Herzen zu favorisieren, für Posts ein PlusEins zu vergeben oder diese mit einem Like zu bewerten.

Deshalb habe ich mir gedacht, das Bienchen von damals als Like von heute wieder aufleben zu lassen. Dafür habe ich einen richtigen Bienchenstempel und eine Postkarte mit Bienchen im Schreibheft-Look entworfen. Die Inspirationsquelle für letzteres war ein Schreibheft mit Seiten aus Makulaturpapier und den Linieneinteilungen der Klassenstufe 2. Den Text habe ich mit blauer Füllertinte geschrieben und das Bienchen mit Stempelkissenfarbe gedruckt. Selbstverständlich alles in digitaler Form.

Für Freunde, Verwandte, Bekannte und alle diejenigen, die einfach mal ein Bienchen verdient haben.

Diesen besonderen Menschen könnt ihr jetzt eine Postkarte oder ein Bienchen in Stempelform schenken. Sowohl die Postkarte als auch der Stempel sind in meinem DaWanda-Webshop erhältlich.

Wie habe ich es gemacht?

Für alle, die es interessiert und die sich evtl. auch mal am Tinte-und-Stempelfarbe-auf-Papier-Look versuchen wollen, habe ich hier noch ein paar Links, die mich inspirierten. Zur Bearbeitung benutzte ich Adobe Photoshop und Illustrator CS5 für den Mac.

1. Papieroberfläche

Für die vergilbte Oberfläche und die relativ grobe Struktur des Makulaturpapiers habe ich mir ein nahtlos kachelbares Muster angelegt. Das gibt mir die Möglichkeit Bildebenen in jeder Größe mit einer gleichmäßigen Textur zu füllen, in diesem Fall einer realistisch wirkenden Papieroberfläche. Ein sehr hilfreiches Tutorial zur Musterherstellung findet ihr bei tonytextures.
Um das Papier noch ein wenig altern zu lassen und interessanter zu gestalten, habe ich eine der Photoshop Brushes von Dawghouse Design Studio verwendet.

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2. Tintenschrift

Den Text schrieb ich mit einer eigens angelegten Pinselspitze. Dazu habe ich mir eine schöne Schriftart ausgewählt und diese nachgemalt. Eine ruhige Hand und viel Geduld sind dabei von Vorteil. Zur Erstellung der Pinselspitze schaute ich mir die Video-Tutorials zum Thema »Watercolor Painting in Photoshop« von Robert Ardill an. Die Hinweise sind sehr gut sowie das zur Verfügung gestellte Material.

3. Bienchenstempel

Der aufwändigste Teil war der Bienchenstempel. Hier habe ich zunächst den Originalabdruck gescannt und als Vektorgrafik in Illustrator nachgebaut. Die entstandene Vorlage konnte ich nun mit Hilfe von Photoshop in einen Stempelabdruck verwandeln. Dabei geholfen haben mir die Arbeitsschritte aus Marty Gellers Video von Blue Lightning TV.

Selbst Ausprobieren

Alle erwähnten Tutorials enthalten hilfreiche Hinweise für dieses Projekt. Das befriedigende Ergebnis für das finale Design erreichte ich jedoch auch nur durch Ausprobieren. Falls jemand von euch bestimmte Arbeitsschritte detaillierter beschrieben haben möchte, hinterlasst mir gern eine Nachricht und ich werde einen neuen Artikel dazu verfassen.

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